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Meilensteine der Ansbacher Stadtgeschichte

Die Geschichte Ansbachs als Stadt erfuhr in einer Urkunde vom 22. Januar 1221 eine wesentliche Bestätigung. Erstmals nannte der Würzburger Bischof Otto als Stadtherr den Ort „civitas Onoldsbach“. Bereits zuvor bestand hier eine Siedlung und ein Kloster, das im 8. Jahrhundert vom Heiligen Gumbertus begründet worden war. Die originale Urkunde wird in einer Sonderausstellung des Markgrafenmuseums Ansbach ab 24. Januar 2021 unter dem Motto „1221 – Geburtsstunde einer Stadt“ zu sehen sein.

um 1221

Die Stadt Onoldsbach war von Wall und Gräben umgeben, es gab Tore und wenig später wurde ein Marktplatz erwähnt. Abgabenpflichtig war man dem Gumbertusstift, wo seit 1195 der Gründer als heilig verehrt wurde. Geistliche und Bürger hatten zuvor die Herstellung einer Prachthandschrift in Auftrag gegeben, die reich bebilderte Gumbertusbibel. Denn mit Bildern wollte man den meist schreibunkundigen Gläubigen die Heilige Schrift erklären.

um 1331

Der Burggraf Friedrich von Nürnberg kaufte die Burg Dornberg und die Stadt Ansbach mit Leuten und Gütern. Aus dem Wappen der Dornberg entwickelte sich das Stadtwappen. Es war der Beginn eines fast 500jährigen Herrschaftsverhältnisses. Um 1400 entstand eine erste Wasserburg an der Stelle der heutigen Residenz. 1415 wurden die Burggrafen auch Markgrafen von Brandenburg. Seitdem nannte sich das Geschlecht der fränkischen Zollern Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

um 1528

Zu Beginn des konfessionellen Zeitalters gehörte der Ansbacher Fürst zu den frühen Anhängern Luthers. 1525 wurde in Ansbach deutsch gepredigt und das Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht. Die Ansbachisch-Nürnbergische Kirchenordnung bildete die Grundlage für die Ausbreitung des neuen Glaubens in Mittelfranken. Markgraf Georg „der Fromme“ trat für Religionsfreiheit ein. Als protestantisches Fürstentum erlebte Ansbach die Glaubenskriege.

um 1741

Das Erscheinungsbild einer Residenzstadt im Glanz des Rokokos prägte maßgeblich der Architekt Leopold Retti, der 1738 den Umbau von Sankt Gumbertus zur Hofkirche vollendete und 1741 für Markgraf Carl Wilhelm Friedrich die Residenz fertig stellte. Dies galt auch für die Orangerie, das Gymnasium, die Synagoge und das Retti-Palais südlich der Residenz. In dieser Blütezeit wuchs Ansbachs Bevölkerung auf mehr als 8000 Einwohner an.

um 1791

Mit dem Verkauf des Fürstentums an Preußen endete die fast 500jährige Herrschaft der fränkischen Zollern. Markgraf Carl Alexander dankte ab und ging nach England. Die preußische Provinz wurde von mächtigen Politikern regiert. 1796 verfasste Graf von Montgelas im Ansbacher Exil das „Ansbacher Memoire“, das eine moderne Staatsverwaltung vorsah, die wenig später im jungen Königreich Bayern umgesetzt wurde.

um 1830

Das ehemalige Markgraftum Ansbach-Bayreuth war bayerisch. Der Jurist Feuerbach reformierte das Rechtswesen und brachte das Findelkind Kaspar Hauser von Nürnberg nach Ansbach. Dort wurde Kaspar Hauser Opfer eines Mordanschlags. Zeitungen und Vereine zeigen ein politisch interessiertes Bürgertum. Die Postkutsche blieb bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts Hauptverkehrsmittel, bevor Ansbach an das Bahnnetz angeschlossen wurde.

um 1919

Die demokratische Weimarer Republik löste das Kaiserreich ab. In Ansbach wurde erstmals eine Frau in den Stadtrat gewählt. Das traditionsreiche Ulanenregiment König wurde nach dem  1. Weltkrieg aufgelöst. Ansbach blieb eine Beamtenstadt mit steigenden Bevölkerungszahlen. Die zwanzigtausender Marke wurde bereits in Kriegszeiten überschritten. Inflation und Arbeitslosigkeit bestimmten die nächsten Jahre. Früh wurde eine NSDAP-Ortsgruppe gegründet, die braune Ideologie fand hier einen Nährboden.

um 1945

Flucht und Vertreibung führten zu einem sprunghaften Anstieg der Bevölkerungszahl. Von 28000 Einwohnern ist nur jeder Fünfte in Ansbach geboren. Das zerbombte Bahnhofsviertel und die Industrieanlagen mussten wiederaufgebaut werden. 1946 genehmigte die amerikanische Militärregierung die Wahl eines demokratisch gewählten Stadtrats. Mit der ersten Bachwoche von 1948 kehrte kulturelles Leben in die Stadt zurück. In den 1950er Jahren veränderten städtische Bauprogramme mit Neubausiedlungen das Stadtbild.

um 1972

Durch gezielte Eingemeindungen erhöhte sich die Bevölkerungszahl auf 40000 Einwohner und Ansbach wurde flächenmäßig zur fünftgrößten Stadt in Bayern. Ansbach verfügte über eine Fußgängerzone und plante eine autogerechte Stadt. Sanierungskonzepte für die Altstadt sorgten in den 1980er Jahren für einen behutsameren Umgang mit dem bauhistorischen Erbe. Dabei schafften der Autobahnanschluss und die spätere Ansiedlung der Hochschule wichtige infrastrukturelle Impulse.

um 2021

Beim „Tag der Franken“ zeigte sich Ansbach 2018 als sympathischer Gastgeber. Dagegen überschattete die Infektionskrankheit Corona Ansbachs Wirtschaft und Gesellschaft am Vorabend des Stadtjubiläums. Die Stadtratswahl von 2020 erbrachte einen politischen Wechsel, indem die langjährige Oberbürgermeisterin Carda Seidel abgewählt wurde. Neues Stadtoberhaupt wurde Thomas Deffner. Langfristig sorgt gesellschaftspolitisch ein integratives Entwicklungskonzept für den Anschluss Ansbachs an die Zukunft. 

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